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CONSTRUCTURES

 

MARTIN GROSS
WINNI SCHAAK

TILMANN ZAHN

2. September - 22. Oktober 2011

 

 

 


 

Konstruktionen, Strukturen und Architekturen interessieren die drei Künstler: Martin Groß in seinen Zeichnungen, Winni Schaak in seinen Skulpturen und Tilmann Zahn in seinen gerissenen Papierarbeiten. So inspirieren Martin Groß und Tilmann Zahn Orte, an denen Entstehen und Verfall gleichermaßen offensichtlich werden. Es sind Orte in den Peripherien, an den Rändern von Städten wie Berlin und Leipzig. Das Fragmentarische, der Ausdruck von Werden und Vergehen, findet sich in den Arbeiten beider wieder, so verschieden sie auf den ersten Blick erscheinen mögen. Auch in ihrer Arbeitsweise drückt sich dies aus, von beiden wird im Arbeitsprozess das Erschaffene teilweise wieder „zerstört“, sei es durch den Einsatz des Radiergummis bei Martin Groß, sei es durch das Reißen bei Tilmann Zahn. Winni Schaak dagegen konzentriert sich auf das Entstehen, er konstruiert Körper aus Cortenstahl. Diese irritieren die Wahrnehmung, überraschen mit unerwarteten Ansichten. Sie erscheinen zweidimensional, sind aber räumliche Körper. Diese spielerische Umgehensweise mit der Perspektive, mit Volumen und Fläche findet sich auch in den Zeichnungen von Martin Groß.

Ausgehend von gegenständlich angelegten Vorzeichnungen ist es der zeichnerische Prozess, welcher bei Martin Groß zu bildnerischen Entscheidungen wie Auflösung oder Auslöschung des Aufgebauten und Wiederaufbau führt. Neben dem Bleistift setzt er den Radiergummi als zeichnerisches Werkzeug ein. Dieser hinterlässt in den Arbeiten deutliche Spuren. Auf dem Papier legen sich Ebenen und Schichten übereinander. Die entstehenden Körper bekommen Volumen, werden Fragmente, bleiben als »Geisterbild« im Weiß des Papiers zurück und suggerieren räumliche Tiefe.
Martin Groß (*1984 in Plauen) studiert bei Prof. Annette Schröter an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig.


Gerade Kanten, spannungsvolle Bögen, gewölbte und ebene Flächen kennzeichnen Winni Schaaks minimalistische Körper aus gerosteten Cortenstahl. Seine Formen sind klar und ausgewogen, die Körper erinnern an Architekturen. Durch Biegungen, Drehungen und Durchbrechungen erhalten die kubischen Formen eine enorme Komplexität. Horizontale und vertikale Geraden tauchen nicht auf, statt dessen sind die Linien und Flächen aus dem rechten Winkel gekippt.
Winni Schaak (*1957 in Kropp) lebt und arbeitet in Lübeck.

Die filigranen Strukturen der gerissenen Ölpapiere von Tilmann Zahn erinnern an rostige Stahlkonstruktionen. Sowohl die erdig-dunklen Brauntöne der Papiere als auch die schemenhaften Linien, schattenhaften Flächen und fransigen Konturen unterstützen den Eindruck von Alter und Verschleiß. Die körnigen, ungrundierten Papiere werden in verdünnter Ölfarbe gebadet, erhalten so ihre an rostendes Eisen erinnernde Farbigkeit.
Tilmann Zahn (*1966 in Osnabrück) lebt und arbeitet in Basel.

 

 

 
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