Papierschnitte von Esther Glück und Dorthe Goeden sowie Zeichnungen von Ulrike Heydenreich und Anica Blagaj
Esther Glück schneidet hauchfein mit dem Skalpell: Natur- oder Raumdarstellungen wechseln mit Aktzeichnungen, geschnitten in weißes oder schwarzes Papier. Es ist ein raffiniertes Spiel mit Linien und Flächen, mit Verbergen und Sichtbarwerden, mit der Präsenz und Absenz der menschlichen Figur.
Dorthe Goeden untersucht in ihren Papierschnitten die Ambivalenz von Natur und Kultur, von Wildwuchs und Ordnung. Sie interessiert Alltägliches, Flüchtiges und Beiläufiges ebenso wie natürlich gewachsene und kulturell entwickelte Strukturen. Fragile Liniennetze zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit entstehen.
Ulrike Heydenreich fasziniert die Sehnsucht nach unberührter Natur. Sinnbild dieser Sehnsucht sind die schneebedeckten hochalpinen Landschaften ihrer fotorealistischen Zeichnungen: schön und beeindruckend, kraftvoll und gefährdet zugleich. Ihre Sammlung von alpinen Artefakten ist der Ausgangspunkt für ihre Zeichnungen, Collagen und Faltungen.
Linien werden von Anica Blagaj prozesshaft auf das Papier gesetzt und formulieren nach und nach eine Aussage, die sie vorab noch nicht kennt: „Ein konkreter Vorgang der die Tür öffnet, zu dem Bereich in dem der Mensch abstrahiert, sich mitteilt ohne Worte und Begriffe und an dessen Ende eine Antwort steht – die Zeichnung.“